Schicksal verweht im Wind

Aufzeichnungen eines Vergangenheitstouristen 1323 v. Chr. bis 2068

Inhalt

ISBN-978-3-8495-6826-9

Der Roman »Schicksal verweht im Wind« spielt mit einem folgenschweren Zukunftsszenario. Menschheit und Wissenschaft haben bislang gesteckte Grenzen der Erfahrung wieder einmal überwunden und neu formuliert. Das Reisen in die Vergangenheit, der Besuch kultureller Stätten und historisch bedeutsamer Persönlichkeiten ist möglich geworden. Das Zeitreisen wird auch nicht vereinzelt von Eliten vorgenommen, sondern stellt sich im Jahr 2068 als touristische Selbstverständlichkeit dar und lässt sich in der Dimension mit dem postmodernen Massentourismus vergleichen.

Die Besucher können in die Vergangenheit weder eingreifen noch sie verändern oder mit den damals lebenden Zeitgenossen in Kontakt kommen. Dank einer neuartigen Technologie sind die Touristen für die Menschen der Vergangenheit unsichtbar, müssen aber gewisse Vorsichtsmaßregeln beachten. Gelegentlich können diesbezüglich normative Brüche auftreten und zum Beispiel ein Zeitreisekreuzer als unbekanntes Flugobjekt am Horizont von den Menschen der Vergangenheit wahrgenommen werden.
Die Zeitreiseprogramme sind vergleichbar mit Kreuzfahrten auf Luxusschiffen. Ein kundiger Scout informiert und begleitet die Reisewilligen. Die Besucher konzentrieren sich bei ihren Ausflügen auf »erhabene historische Persönlichkeiten« der jeweiligen Zeitepoche, im Besonderen auf Personen, die in historischer Hinsicht Spuren hinterlassen haben.

Für den jungen Protagonisten und Berichterstatter Dan stellt sich das Zeitreiseprogramm als eine Möglichkeit dar, neben dem Besuch ausgewählter historischer Persönlichkeiten auch seine verstorbene Momma wiederzusehen, an die er kaum noch Erinnerungen hat. Sein Vater, ein verarmter freischaffender Theaterdramaturg, wendet hierfür die letzten Ersparnisse auf …
Die Reise wird durch technische Schwierigkeiten im Verlauf und später eintretende Sabotageakte für Dan zur Odyssee in der Zeit.
Das moderne Unterfangen Zeitreise wird zum Mahnmal gegen die Hybris, menschliches Leben allein an fortentwickelter Wissenschaft und Technologie festmachen zu wollen.

Mit einem gewaltigen Zeitsprung führt die Route vom Jahr 2068 zunächst zurück in das alte Ägypten, an das Sterbebett des Kinderkönigs und Pharaos Tutanchamun, dann nach Kleinasien in die Zeit Kleopatras und Marcus Antonius, der zum Zeitpunkt gerade seine Aufzeichnungen über Kleopatra anfertigt, die nie veröffentlicht wurden, weil er sie eigenhändig wieder zerstörte. Die unsichtbaren Besucher haben aber Gelegenheit, sie einzusehen, ja sogar zu fotografieren, in einem Moment, in dem Marcus Antonius sein beschriebenes Pergament offen liegen lässt und sich zum Schlafen legt.

Weitere Zeitsprünge führen Dan und die ihn begleitenden Touristen unter anderen zu Maria Theresia inmitten des österreichischen Erbfolgekrieges, zu Queen Victoria, der Großmutter Europas und zu den letzten Lebensmomenten des letzten Romanow, Zar Nikolaus II...

Schreibwerkstatt

Birgit Freudemann

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